Zeugnisse für die Zukunft

Ein Projekt der Lagergemeinschaft Dachau

In der gegenwärtigen Umbruchsituation der Erinnerungsarbeit verbindet dieses Projekt zwei Zielrichtungen:

  • Es möchte erinnern an ehemalige Dachau-Häftlinge, insbesondere solche, die am Aufbau und Wirken der Lagergemeinschaft und dem Einsatz für die Gedenkstätte Dachau beteiligt waren.
  • Ihre Erfahrungen und ihr Vermächtnis sollen in einer Weise lebendig gehalten werden, dass sie für heutige und künftige Generationen wichtige Wegweiser sein können.
    Darüber hinaus werden auch weitere Zeugnisse einbezogen, sofern sie Bezug zu Vermächtnis und Auftrag der Lagergemeinschaft haben.
    Die Publikation erfolgt über diese Webseite (Texte und filmische Beiträge) sowie in Form von Broschüren.
    Ansprechpartner für dieses Projekt: Jürgen Müller-Hohagen
    Kontakt: mueller-hohagen@dachau-institut.de

Gedächtnisbuch für Häftlinge des KZ Dachau / Namen statt Nummern
Das Gedächtnisbuch ist eine stetig wachsende Sammlung von Biographien ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau. Die Verfasser sind ehrenamtliche Projektteilnehmer: Sie gehen auf Spurensuche und tragen Dokumente und Bilder zusammen. Anhand von Informationen aus verschiedenen Quellen, Literatur über historische Ereignisse und Erinnerungen von Überlebenden oder Angehörigen fügen sie ein Puzzleteil zum anderen. Geben den Nummern wieder einen Namen.
Die Lagergemeinschaft Dachau ist Teil des Trägerkreises.

Link zum Gedächtnisbuch >



Kinder von Indersdorf

Von 1946 bis 1948 wurden in Indersdorf überwiegend jüdische Kinder und Jugendliche als Displaced Persons im Auftrag der Nachfolgeorganisation IRO von den Barmherzigen Schwestern betreut. Anna Andlauer, seit 1990 Präsidiumsmitglied der Lagergemeinschaft Dachau, erfuhr von dieser Geschichte und suchte seit 2006 in aller Welt Überlebende, die als displaced persons in der Nachkriegszeit im Kloster Indersdorf waren.

Die Kinder von Indersdorf > Süddeutsche Zeitung



Filmprojekt „Die Stille schreit“
Viereinhalb Jahre arbeitete unser Präsidiumsmitglied Josef Pröll an seinem Film
„Die Stille schreit“, den unsere Lagergemeinschaft mit einem größeren Betrag unterstützt und mitgetragen hat. Das war insbesondere Max Mannheimer ein großes Anliegen.
Nachdem im Jahre 2021 die englische Fassung erschienen ist wird er weltweit, mit großem
Erfolg, angeboten.

Der Film erzählt die Geschichte zweier Augsburger Familien. Sie sind vor 1933 angesehene Geschäftsleute und weit über Augsburg und Schwaben hinaus bekannt. Durch die „Arisierung“ jüdischen Besitzes werden sie gezwungen ihre Firmen und die wertvollen Immobilien zu verkaufen. Geradezu »sachlich« und ohne »erhobenen Zeigefinger« zeigt der Film, wie perfide das System arbeitet, welche Behörden verstrickt sind und wie die meisten Menschen sich, wie selbstverständlich, am jüdischen Besitz bereichern. Die Namen sind beliebig austauschbar. Tausendfach hat es solche Schicksale gegeben. Eine unglaublich spannende und emotionale Geschichte deren Auswirkungen bis in die heutige Zeit reichen. Der Film lässt Fragen aufkommen, die leider auch für unsere Gesellschaft wieder von Bedeutung sind.

Zu den Internetseiten des Films >>